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Studiengänge

Praxissemester im Fach Geschichte

Informationen über die Konzeption des Praxissemesters im Fach Geschichte

Konzeption (Kurzfassung) (pdf)

Alle Informationen zum Praxissemester auf der Website des ZfL

Praxissemesterbeauftragter für das Fach Geschichte ist Jochen Pahl

FAQs

Allgemeines

Worum geht es im Praxissemester Geschichte?

Das Praxissemester ist kein vorgezogenes Referendariat und auch keine kleine Abschlussarbeit. Es soll Ihnen helfen, Geschichtsunterricht bewusster wahrzunehmen, zu verstehen und zu reflektieren.

Im Zentrum steht Forschendes Lernen: Sie beobachten, planen und erleben Unterricht nicht nur, sondern entwickeln daraus eine eigene kleine Untersuchungsfrage. Diese Frage bearbeiten Sie mit einem überschaubaren empirischen Zugang, zum Beispiel durch Beobachtung, Analyse von Schüler:innenprodukten, kurze Interviews oder Fragebögen. Entscheidend ist nicht, dass Sie „große Forschungsergebnisse“ liefern, sondern dass Sie Ihr eigenes Nachdenken über Geschichtsunterricht fachlich und methodisch begründen können. Praxis soll nicht nur erlebt, sondern wissenschaftlich reflektierbar gemacht werden.

Was ist das Ziel?

Am Ende sollen Sie besser begründen können, wie historisches Lernen im Unterricht sichtbar wird, welche Rolle Aufgaben, Materialien, Gespräche oder Lernprodukte dabei spielen, wie Sie Unterrichtssituationen theoriegeleitet deuten können, und was Sie daraus für Ihr eigenes professionelles Handeln lernen.

Es geht also nicht um die Gestaltung perfekter Unterrichtsstunden, sondern vielmehr um die Entwicklung eines professionelleren Blicks auf Geschichtsunterricht.

Studienprojekt im Fach Geschichte

Muss ich etwas völlig Neues erforschen?

Nein. Ihr Projekt muss nicht originell im wissenschaftlichen Sinne sein. Es reicht, wenn Sie eine sinnvolle, fachlich begründete Frage an eine konkrete Unterrichtssituation stellen.

Wie groß bzw. aufwendig muss mein Studienprojekt sein?

Überschaubar und machbar. Ein gutes Projekt ist eng fokussiert. Besser ist eine klare Frage zu wenigen Materialien, Beobachtungen oder Lernprodukten als ein großes Thema, das Sie im Praxissemester nicht realistisch bearbeiten können.

Darf meine Frage sich im Verlauf des Praxissemesters verändern?

Ja. Das ist sogar normal. Eine erste Idee wird im Kontakt mit der schulischen Praxis oft präziser, enger umgrenzt oder auch anders. Wichtig ist, dass Sie diese Entwicklung transparent machen und begründen.

Welche Methoden kann ich nutzen?

Geeignet sind schlanke, überschaubare Zugänge, etwa Analyse von Schüler:innenprodukten, kurze leitfadengestützte Gespräche, Gruppendiskussionen, Fragebogenerhebungen oder zweckmäßige Vorher-nachher-Vergleiche. 

Muss ich selbst unterrichten?

Nicht zwingend in jedem Projekt. Auch Beobachtungen, Materialien, Aufgabenstellungen, Unterrichtsgespräche oder Lernprodukte können untersucht werden. Wenn eigener Unterricht einbezogen wird, sollte er nicht nur beschrieben, sondern reflektiert und fachlich eingeordnet werden.

Was wird bewertet?

Wir bewerten in erster Linie die Sorgfalt Ihrer Methodik und Ihre reflexive Auseinandersetzung mit den Grenzen der Studie und der Tragweite der Ergebnisse. Wichtig sind für uns eine nachvollziehbare Fragestellung, eine passende theoretische Einordnung, ein transparentes Vorgehen, eine realistische Einschätzung der Erkenntnisgrenzen und eine reflektierte Ableitung dessen, was Sie daraus für Ihr professionelles Handeln lernen.

Was ist mit Theorie gemeint?

Theorie bedeutet hier nicht abstraktes Zusatzwissen, sondern ein Werkzeug zum Sehen und Verstehen. Begriffe wie Geschichtsbewusstsein, historische Narration, Perspektivität, Quellenarbeit, Sach- und Werturteil oder historische Orientierung helfen Ihnen, Unterrichtssituationen genauer zu beschreiben und nicht nur aus dem Bauch heraus zu bewerten.

Was mache ich, wenn mein Projekt nicht so funktioniert wie geplant?

Das ist kein Scheitern. Gerade unerwartete Schwierigkeiten können erkenntnisreich sein: Vielleicht war die Frage zu groß, die Methode unpassend, das Material anders wirksam als erwartet oder die Unterrichtssituation komplexer als gedacht. Entscheidend ist, dass Sie diese Erfahrungen reflektieren.

Was hilft beim Start?

Suchen Sie nicht zuerst nach einem „perfekten Forschungsthema“, sondern nach einer echten Irritation: etwas, das Sie im Geschichtsunterricht interessiert, überrascht oder beschäftigt. Daraus lässt sich häufig eine tragfähige Untersuchungsfrage entwickeln.