Prof. Dr. Sebastian Barsch
Besuchsadresse:
Universität zu Köln
Triforum (Gebäude 825)
Raum 4.09 (4. Stock)
Innere Kanalstraße 15
50823 Köln
Postadresse:
Universität zu Köln
Historisches Institut
Didaktik der Geschichte
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln
Sprechstunden
Sprechstundentermin in Absprache per E-Mail.
Qualifikationsarbeiten
Prüfungslizenzen
- Bachelor
- Master
- Staatsexamen
- Promotion
Wenn Sie beabsichtigen, bei mir eine Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben, melden Sie sich spätestens acht Monate vor geplantem Beginn mit einem Kurzexposé, welches Ihre grundlegenden Gedanken und Ideen zusammenfasst.
Eine Übersicht über die aktuell betreuten Promotionsvorhaben findet sich hier.
Forschungsinteressen
- Historisches Lernen und Umweltgeschichte
- Inklusives historisches Lernen
- Public History und inklusive Geschichtskultur
- Historisches Lernen und Materielle Kultur
- Professionalisierung von Geschichtslehrpersonen
- Disability History
Ausgewählte Forschungsprojekte
erinnern inklusiv
In Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum wurden ethnografische Vor-Ort-Beobachtungen im Kontext von Gruppenführungen durchgeführt. Ziel dieser Forschung ist es, die bestehenden Bildungsangebote im Bereich der Gedenkstättenpädagogik weiterzuentwickeln und inklusiver zu gestalten.
Im Fokus stehen dabei sowohl Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf als auch pädagogische Fachkräfte und Multiplikatorinnen, die in der Gedenkstättenpädagogik tätig sind. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, neue didaktische Ansätze und Materialien zu entwickeln, die eine möglichst breite Teilhabe und ein sensibles Geschichtsbewusstsein für alle Beteiligten ermöglichen.
Das Projekt wird unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung.
LETHE: (e-)Learning the invisible history of Europe through material culture
Das Erasmus+ Projekt LETHE ist ein Kooperationsprojekt der Abteilung Didaktik der Geschichte mit neun weiteren Institutionen aus neun unterschiedlichen europäischen Ländern. Das Ziel des Projektes ist es Strategien und Materialien zu entwickeln, um unsichtbaren Gemeinschaften im Geschichtsunterricht Repräsentanz zu verleihen.
In der griechischen Mythologie war Lethe der Name eines der Flüsse des Hades. Er war bekannt als der Fluss des Vergessens. Der Mythos besagt, dass diejenigen, die aus ihm tranken, alles vergaßen was sie vorher wussten. Diese Metapher steht für das Geschichtsverständnis mancher Menschen. Wenn über Geschichte gesprochen wird, scheint es, dass die Menschheit aus dem Fluss Lethe getrunken und ihre eigene reiche und vielfältige Vergangenheit vergessen haben: Was ist bekannt über die Geschichte der Frauen, der Kinder, der Homosexuellen, der Migranten, der Ausgegrenzten im Allgemeinen? In der Tat sehr wenig. Was kann getan werden, um ihre Geschichte in den europäischen Klassenzimmern aufzuarbeiten?
Das Projekt LETHE möchte Versuchen, die aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Durch die Zunahme von rechtsextremen Bewegungen und von ihnen begangenen Hassverbrechen gegen Minderheiten erhält das Projekt eine große gegenwärtige Relevanz.
Durch die Erforschung von vergessenen Kollektiven soll die Rolle der traditionell unsichtbaren Gemeinschaften in den Fokus gerückt werden und gezeigt werden, wie diese die heutige multikulturelle europäische Identität geprägt haben. Das Endprodukt richtet sich dabei an Geschichtslehrkräfte aus der Primär- und Sekundarstufe und soll sie bei der Realisierung von Multiperspektivität und Multikulturalität in ihrem Geschichtsunterricht unterstützen.
LAUT - Mehrstimmige Geschichte(n) in einfacher Sprache
In einer Erasmus+ Kooperation mit dem Lernzentrum des Vereins “Orient Express” aus Wien ist der Geschichtspodcast LAUT entstanden, der die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen von Frauen mit Migrationsgeschichte aufgreift. Ziel ist es, im Brückenschlag zwischen Wissenschaft und non-formaler Erwachsenenbildung alltagsnah und barrierefrei über historische Themen zu berichten. Im Sinne der inklusiven Schwerpunktsetzung wird der Podcast als Lernmöglichkeit für alle Bürger:innen und Generationen entwickelt. Spezifische Zielgruppen (und Mitgestalter:innen) sind Lerner:innen in der Basisbildung und DaZ mit Migrationsgeschichte.
Der Podcast basiert auf Gruppeninterviews mit migrantisierten Frauen, die an den Basisbildungskursen des Vereins Orient Express teilnehmen. Anhand ihrer Aussagen wurden Schwerpunktthemen ermittelt, welche die Lebensgeschichte oder den Alltag der Teilnehmenden prägen. Außerdem wurde gemeinsam mit Lehramtsstudierenden der Universität Köln in einem Seminar über das Erstellen von historischen Podcasts und ein Workshop zu Leichter Sprache durchgeführt. Knapp ein Jahr nachdem die Arbeit an dem Projekt begonnen hatte, konnte die erste Folge am 21.03 passend zum Nowruz Fest veröffentlicht werden. Zu diesem Anlass organisierte der „Orient Express“ in Wien eine kleine multimediale Ausstellung, bei der zusätzlich einige frühere Projekte des Vereins präsentiert wurden. Inzwischen ist der Podcast vollständig auf Spotify verfügbar.
[Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.]
Menschen mit Behinderung in der DDR
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kiel-Münchener Verbundprojekt „Menschen mit Behinderungen in der DDR“ ist im Herbst 2018 gestartet und betreibt Grundlagenforschung zur Geschichte von Menschen mit Behinderungen in der DDR.
Förderung sprachdiagnostischer Kompetenzen in der diversitätssensiblen Lehrer*innenbildung
Zusammen mit Prof. Dr. Inger Petersen als Fellows des Stifterverbands 2019.
Das Lehrveranstaltungskonzept zielt darauf ab die Förderung der sprachdiagnostischen Kompetenz von angehenden Geschichtslehrerinnen und -lehrern durch forschendes Lernen auszuweiten und stärker auf den Anwendungscharakter hin zu innovieren. In dem Projekt entwickeln, erproben und nutzen Studierende diagnostische Instrumente für den Geschichtsunterricht, die auf einer Online-Plattform veröffentlicht werden. Der Fokus auf die Diagnostik von sprachlichem Handeln im Geschichtsunterricht erfordert in diesem Lehrprojekt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geschichts- und Sprachdidaktik.
Weitere Informationen finden sich hier.
Vom Anthropozän erzählen – historische und narrative Kompetenzen in der Nachhaltigkeitsbildung
Mit Prof. Dr. Roman Bartosch (Englischdidaktik) und Prof. Dr. Wiebke Dannecker (Deutschdidaktik). Mit einer Initialförderung der Universität zu Köln.
Das Projekt untersucht die Wirksamkeit von fachdidaktischen Maßnahmen im Kontext der Nachhaltigkeitsbildung in den Fächern Geschichte, Deutsch und Englisch. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, inwieweit sowohl historische als auch narrative Kompetenzen notwendig sind, damit sich Lernende mit dem Konzept des Anthropozäns auseinandersetzen können. Das Projekt umfasst die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien eine explorative Studie zur Argumentationskompetenz von Schüler*innen.
Die Website des Projekts findet sich hier.
Verschwinden als Verlust. Narrativierte Emotionen an Orten der sozial- und gesellschaftswissenschaftlichen Bildung
Das Projekt geht von der Beobachtung aus, dass sich die vielfältigen Krisen unserer Gegenwart in sozialen und subjektiv unterschiedlich erlebten Verlusterfahrungen widerspiegeln. Aus der Perspektive der gesellschafts-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fachdidaktiken interessiert uns besonders, wie sich diese Verlusterfahrungen in bildungsrelevanten Feldern als Emotionen zeigen. Angenommen wird, dass sich solche Emotionen durch Narrationen ausdrücken lassen und daher auch empirisch-rekonstruktiv erforscht werden können.
Das Projekt soll erstens einen Beitrag zur Theoriebildung über Emotionen in den Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken leisten. Zweitens wird eine interdisziplinäre Methodologie zur empirischen Erforschung von Emotionen in bildungsrelevanten Feldern entwickelt. In mehreren Teilprojekten wird dabei drittens empirisch die Bedeutung von Emotionen auf der Objekt-, Subjekt- und Prozessebene untersucht.
Weitere Informationen finden sich hier.
Aktuelle Veröffentlichungen
- Barsch, S. (2026): Inklusion, schulische Vielfalt und historisches Lernen. In: Barricelli, M./ Lücke, M. (Hrsg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterrichts. Frankfurt/M., 310–322.
- Ammert N., Barsch S., Logtenberg A., van der Heide J., & Wilkening J.-C. (2026): Teaching history beyond borders: Contextualizing international history teacher training focusing on heritage, moral aspects, inclusion and emotion networking. In: Historical Thinking, Culture, and Education, 3(1). https://doi.org/10.12685/htce.1615
- Barsch, S. (2026): Historisches Denken und Erzählen in Zeiten der „Polykrise“. Ein kritischer Blick auf geschichtsdidaktische Theorien am Beispiel des Anthropozäns. In Nitsche, M./ Thyroff, J./ Waldis, M. (Hrsg.), Geschichtslernen in Zeiten der Krise, 25–38 (OpenAccess)
- Barsch, S. (2026): Geschichte. In: Casale, G./ Hennemann, T./ Hövel, D./ Markowetz, R. (Hrsg.): Handbuch Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung. Weinheim, 987–992.
- Barsch, S./ Wilkening, J.C. (2026): Stufenmodelle für den inklusiven Geschichtsunterricht. In: Reckahner Modelle zur inklusiven Unterrichtsplanung (ReMi). Hilfsmittel für Lernen und Lehren in heterogenen Lerngruppen. Online unter: https://inklusive-didaktik.de/stufenmodelle-fuer-den-inklusiven-geschichtsunterricht
- Barsch, S./ Rein, F.: Bridging History and Special Education: Interdisciplinary Perspectives on Historical Thinking and Disabilities, 2025.
- Barsch, S.: Historical thinking historical knowledge and ideas about the future. In: Journal of Curriculum Studies, 2025, S. 1-22.
- Barsch, S./ Rein, F./ Wilkening J.C.: Beyond the Individual Cognitive Perpective: A Framework for Inclusive History Education. In: Panta Rei - Digital Journal of History and Didactics of History 19 (1/2025).
- Barsch, S./ Bartosch, R./ Dannecker, W.: Vom Anthropozän erzählen – narrative Könnerschaft und Zukunftsverstehen. Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 23, 2024, S. 78–92.
- Barsch, S./ Nitsche, M.: Lässt sich Geschichtsbewusstsein (noch) erforschen? (Erkenntnis-)Theoretische Herausforderungen, empirische Versuche und pragmatische Folgerungen. In: Barricelli, M / Yildirim, L. (Hrsg.): Geschichtsbewusstsein – Geschichtskultur – Public History. Ein spannendes Verhältnis. Göttingen, 2024, S. 209–224.
- Barsch, S.: Geschichtswettbewerbe und (inklusive) Geschichtskultur – eine geschichtsdidaktische Perspektive. In: Lernen aus der Geschichte, 03/2024, S. 29–37.
- Barsch, S.: Produkte digitaler Geschichtskultur de-konstruieren. In: Antenhofer, C./ Kühberger, C./ Strohmeyer, A. (Hrsg.): Digital Humanities in der Geschichtswissenschaft. Wien, 2023, S. 433–448.